Blog-Archiv 2013
April 2013: Es geht endlich los! Die Temperaturen steigen langsam und die Bienen gehen verstärkt in Brut. Ich möchte dieses Jahr beim Königinnen-Vermehrungskurs teilnehmen. Dort bringt jeder Teilnehmer zwei Brutwaben von seinen Bienenvölkern mit und damit werden sogenannte Sammelbrutableger gebildet. Voraussetzung dafür ist ein Gesundheitszeugnis der Bienen. Auch wenn man mit Bienen über die Kreisgrenze wandern will, ist ein Gesundheitszeugnis Voraussetzung. Deshalb kommt der Bienensachverständige aus dem Nachbarort vorbei und schaut  alle Bienenvölker durch. Er ist vom Zustand der Völker begeistert und alles ist in Ordnung. Kaum ist es wärmer, holen die Pflanzen und Bäume ihren Rückstand rasant auf. Obstbäume fangen an zu blühen und auch der Löwenzahn färbt die Wiesen gelb. Leider können die Bienen den Rückstand vom langen Winter nicht so einfach aufholen. Die Königin legt Eier soviel sie kann. Aber bis aus einem Ei eine Arbeiterin wird, dauert es nun einmal 21 Tage. Das lässt sich nicht verkürzen! Deshalb gibt es Ende April sehr viel blühende Pflanzen, aber die Bienenvölker sind noch zu schwach, um viel Honig einzutragen. Es reicht gerade, um die eigenen Bedürfnisse zu decken und die Brut groß zu ziehen. Trotzdem bekommen die Völker am 20. April ihren Honigraum aufgesetzt, um die neuen Honigwaben ausbauen zu können.
Bienen im Anflug
Mai 2013: Das Wetter nervt!!!! Der gesamte Mai ist total verregnet und viel zu kalt. Nur an einzelnen Tagen können die Bienen ausfliegen, um sich mit Nektar und Pollen zu versorgen. Dem entsprechend sind die Honigräume ziemlich leer. So sieht es im gesamten Südwesten Deutschlands aus. Nur Imker, die mit ihren Bienenvölkern wandern, können dieses Jahr mit einer guten Honigernte rechnen. Zum einen wird der Raps auf der Alb auch noch Anfang Juni Nektar spenden und dieses Jahr sind alle Anzeichen gut, dass es Waldhonig geben wird. Dazu müsste man jedoch in den Schwarzwald wandern. Etwas besser sieht es mit der Völkervermehrung aus. Damit wir wenigstens dann nächstes Jahr genügend Honig anbieten können, haben wir entschlossen zu expandieren. Hierzu wird es zwei Ableger mit Königinnen aus dem Königinnen- Zuchtkurs geben. Der Kurs besteht aus ca. 15 Teilnehmern und jeder erhält zum Abschluss zwei Ableger mit begatteten Königinnen. Wir selbst ziehen auch zeitverzögert eigene Königinnen nach und bilden eigene Ableger. Hierzu basteln wir als erstes einen “Zuchtrahmen”. Das ist ein Rähmchen mit künstlichen Weiselnäpfchen (siehe Bild SBA 1). Am 23. Mai bilden wir dann einen Sammelbrutableger (SBA). Für einen SBA werden aus mehreren Völkern verdeckelte Brutwaben mit den ansitzenden Bienen eingesammelt (man nennt das “schröpfen”). Es sollten dann 9 Brutwaben sein, die in eine Zarge gegeben werden (Bild SBA 2). Diese Bienen haben ja keine Königin und versuchen nun au vorhandenen ganz jungen Larven Nachschaffungszellen zu bilden und sich darin wieder eine Königin heranzuziehen. Weiter geht es mit der Beschreibung im Juni.  
Bild SBA2: SBA mit 9 Brutwaben
Juni 2013: Die nächsten Arbeitsschritte bei unserem Sammelbrutableger (SBA) stehen an: 9 Tage nach dessen Bildung, am 01. Juni, werden im SBA alle Nachschaffungszellen zerstört, so dass die Bienen keine Möglichkeit mehr haben, sich selbst eine Königin aufzuziehen. Am gleichen Tag fahre ich zu einem Bekannten. Dieser hat ein sehr gutes Volk (es ist sehr zahm, bringt viel Honig, schwärmt nicht, ...). Von diesem Volk haben wir in die Zuchtlatte jüngste Larven umgelarvt (siehe Bild SBA 3). Danach wird der Zuchtrahmen mit den Larven in die freie Wabengasse des SBA gegeben (Bild SBA 4). Damit der SBA gut versorgt ist, kommt noch eine Zarge mit Futterwaben unter die Brutwaben. Leider regnet es am 01. Juni so stark, dass alles matschig ist und sich zwischen den Paletten der Bienenbeuten sogar kleine Bäche bildeten (Bild SBA 5). Einen Tag später kann man dann schon erkennen, wie viele der Larven zur Pflege angenommen wurden (Bild SBA 6). Die angenommenen Larven sind bereits mit etwas Wachs ummantelt (Bild SBA 7). Wir haben Glück. Auf den ersten Blick wurden 17 von 20 Larven zur Pflege angenommen. Das ist sehr gut! Am 08. Juni habe ich wieder nachgeschaut. Es sind 15 Zellen weiter gepflegt und als Weiselzellen ausgebaut und verdeckelt worden. Jetzt bekommt jede Weiselzelle einen Schutzkäfig übergezogen. Denn würde man dies nicht tun, dann würde die zuerst geschlüpfte Königin ihre Geschwister bekämpfen und abstechen. Einen Tag früher als erwartet, am 12. Juni ist es dann so weit: 13 von den 15 Königinnen schlüpfen. Der SBA wird nun auf kleine Ablegervölkchen aufgeteilt und es wird jeweils eine der Königinnen hinzu gegeben und an unseren zweiten Standort nach Neckartailfingen gebracht. Dies deshalb, weil sonst alle Bienen wieder genau an die Stelle des bisherigen SBA zurück fliegen würden. Nun dauert es ca. vier Tage bis die Königinnen geschlechtsreif sind. Dann gehen sie auf Hochzeitsflug und werden von mehreren Drohnen begattet. Hierbei kann es auch passieren, dass sie unterwegs von Vögeln gefressen werden, oder es gibt andere Gründe, dass sie nicht zurück kehren. Am 21. Juni war ich dann neugierig und habe abends in einen Ableger reingeschaut. Und siehe da: die neue Königin hatte auf einer Wabe schon Eier gelegt! Ich habe die Gelegenheit gleich genutzt und die Königin mit der Jahresfarbe von 2013 (rot) gezeichnet. Eine Woche später ist das endgültige Ergebnis klar. 11 Königinnen sind vom Hochzeitsflug erfolgreich zurück gekehrt und beweisen dies durch schön angelegte Brutnester. Der Grundstein für eine erhebliche Erweiterung der Völker in 2014 ist gelegt!
Bild SBA1: Zuchtrahmen Bild SBA3: jüngste Larve im Zuchtrahmen Bild SBA4: Freie Wabengasse im SBA Bild SBA5: SBA im Matsch Bild SBA6: 17 angenommene Larven Bild SBA7: Mit Wachs ummantelte Larve Bild SBA8: 15 verdeckelte Weiselzellen Bild SBA9: verdeckelte Weiselzelle Bild SBA10: Weiselzellen durch Käfige geschützt Bild SBA11: Einsetzen einer Königin Bild SBA12: Ablegerstandort in Neckartailfingen Bild SBA13: Neue gezeichnete Königin
August 2013: Im August ist erst einmal Urlaub angesagt! Wir gönnen uns was Gutes und haben in Frankreich ein Hausboot gemietet. Damit fahren wir gemütlich auf dem Canal du Nivernais herum. Eine wirklich sehr erholsame Woche! Die Bienen werden nun langsam auf den Winter vorbereitet. Es erfolgt die Behandlung gegen die Varroamilben und die Völker werden langsam mit Zuckerwasser aufgefüttert.
Juli 2013: Durch die Verzögerungen im Frühjahr konnte der Frühsommer-Honig dieses Jahr auch erst sehr spät (Ende Juni) geschleudert werden. Bei vielen Imkern gab es gar keine Frühjahrs-Ernte. Bei uns gab es wenigstens eine kleine Ernte. Anfang Juli konnten dann die ersten Gläser Honig frisch abgefüllt werden. Für alle Kunden, die flüssigen Honig lieben: Es gibt ihn wieder! Dieser Honig ist komplett unbearbeitet und zunächst flüssig. Nach einigen Wochen bis Monaten kristallisiert der Honig jedoch und wird mehr oder weniger hart. Genau kann man dies nicht voraussagen. Es ist abhängig von der genauen Zusammensetzung des Honigs und der Lagerung. Im großen Lagereimer kristallisiert der Honig meist früher. Dann wird dieser Honig im richtigen Moment mit einem speziellen Edelstahlrührer gerührt, so lange bis er schön cremig ist. Der Creme-Honig hat den Vorteil, dass er sehr lange Zeit so cremig bleibt und nicht mehr weiter kristallisiert. Schätzungsweise Ende Juli / Anfang August wird es auch Creme- Honig geben. Ansonsten tragen die Bienen weiter sehr schön Nektar ein, momentan besonders von der Linde. Somit sieht es sehr gut aus für eine zweite Ernte. Von den 11 selbst gezüchteten Königinnen haben wir wieder einige an den Kollegen abgegeben, von dem wir die Larven bekommen hatten. Derzeit besitzen wir neun Jungvölker. Sie werden stetig mit Zuckerwasser gefüttert, damit sie sich vor dem Winter auf die nötige Volksstärke zur Überwinterung entwickeln. Ende Juli sind die Honigräume übervoll! Leider freut es uns nur teilweise. Was ist passiert? Wir bekommen dieses Jahr doch tatsächlich teilweise Waldhonig in die Honigräume. Leider hat ein Teil des Honigs die Eigenschaft, dass er bereits in den Honigwaben kristallisiert und hart wird. Er schmeckt zwar sehr gut, aber er lässt sich nicht aus den Waben schleudern und damit auch nicht abfüllen. Trotz dieser widrigen Umstände gibt es dann doch eine gute zweite Ernte. Unsere Spättracht besteht jetzt also aus einem großen Anteil Waldhonig, aus Lindenblüte und sonstigem Blütenhonig aus den umliegenden Gärten.
Komplett mit Wachs verdeckelte Honigwabe Abfüllen des Honigs aus der Schleuder Unser Hausboot Anfahrt auf Auxerre In einer der vielen Schleusen
September 2013: Allen Bienenvölkern geht es gut. So langsam finden sie immer weniger Nektar in der Umgebung. Deshalb geben wir ihnen Zuckersirup, damit sie ihre Wintervorräte auffüllen können. Dieses Jahr mussten wir besonders darauf achten, dass nur noch möglichst wenig des selbst gesammelten Honigs im Volk verblieb. Denn wie beschrieben, war ja ein Teil des Honigs auch Waldhonig. Dieser ist für die Überwinterung der Bienen schlecht, da er sehr schwer verdaulich ist. Im kalten Winter können die Bienen jedoch nicht ausfliegen, weshalb es dann zu Krankheiten im Bienenstock kommen kann. Wir konnten einige male bereits ein unglaubliches Schauspiel beobachten: Hornissen sind wunderschöne Tiere und ernähren sich unter anderem auch von Insekten. Wir konnten sehen, wie eine Hornisse vor dem Bienenstock herum flog und die heimkommenden Bienen abpasste. Nach einigen erfolglosen Versuchen schaffte die Hornisse es dann meist doch, sich eine Biene im Flug zu schnappen und einige Meter weit weg zu tragen und dort zu verspeisen.
Hornisse
Oktober 2013: Unsere Bienen haben genügend Futtervorräte für den Winter. Wichtig ist jetzt, dass es genügend Bienen sind um den Winter zu überstehen. Es sollten mindestens 5000 Bienen in einem Volk sein. Dies ist deshalb so wichtig, damit die vielen Bienen durch ihr “Zittern” genügend Wärme erzeugen können. Deshalb schauen wir jetzt noch einmal genauer in die Völker.  Einen guten Eindruck über die Volksstärke kann man durch einen Blick von unten erhalten (siehe Bilder). Hier kann man schon deutliche Unterschiede erkennen. Zwei Ableger waren zu schwach. Diese haben wir zu einem Volk vereinigt.
Volk 10 Volk 11 Volk 13
Hier ist sehr schön zu sehen, auf welcher Seite das Flugloch offen ist. Dort hängt die Bienentraube nach unten durch.
Völker auf der Streuobstwiese in Neckartailfingen
November 2013: Das Wetter im November ist sehr typisch: trüb und regnerisch mit Temperaturen zwischen 0 und 15 Grad Celsius. Unsere Bienen kuscheln sich in ihrer Bienentraube zusammen, aber scheinbar ist es noch warm genug, dass zumindest manche Völker noch heftig brüten. Es ist sehr erstaunlich, wie unterschiedlich viel Futter sie deswegen brauchen. Zwischen Mitte Oktober und Mitte November brauchten manche Völker nur 1 kg Futter und manche über 5 kg. Dies bedeutet natürlich auch, dass diese Völker im Frühjahr evtl. zu wenig Futter haben und verhungern würden. Es bleibt also spannend und im Februar/März müssen diese Völker genau kontrolliert werden und gegebenenfalls notgefüttert werden. Das Highlight des Novembers war jedoch, dass ein Glas unseres Aichtal- Gold Honigs als Requisite beim Modelshooting für einen bärigen Adventskalender dienen durfte (siehe Bild). Familie Kellner in unserer erweiterten Nachbarschaft sammelt Teddybären in wirklich großartigem Ausmaß. Doch seht einfach selbst: www.baerbara.de  Ja und weil unser Honig so gut schmeckt, gab es als Dankeschön ein wunderbares Gedicht (siehe rechts). Vielen Dank dafür!
Katharina von Bära
Also sagte schon mein Pate: All zu viele Präparate und Tabletten schaden nur, mach doch eine Honigkur. Ist Dir mal nicht wohl im Magen, fühlst im Darm Du Unbehagen, ist verschlackt und dick das Blut, tut ein Löffel Honig gut. Wenn das Herz nicht richtig puckert und der Körper ist verzuckert, dann hilft weder Schnaps noch Bier doch ein Löffel Honig Dir. Beulen und geschwoll´ne Mandeln musst mit Honig Du behandeln, denn zum ersten schmeckt er gut, und dann, weil er Wunder tut. Honig ist die Götterspeise, darum handle klug und weise und halte neben Aspirin Honig Dir als Medizin.
Dezember 2013: Unsere Bienenvölker haben bisher den Winter sehr gut überstanden. Alle 12 Völker summen friedlich vor sich hin und sind stark genug, um hoffentlich auch den Rest des Winters zu überleben. Besonders ein Weihnachtsgeschenk fiel dieses Jahr sehr groß aus: Eine elektrisch betriebene 4-Waben Selbstwendeschleuder! Mit 12 Bienenvölkern wären wir nächstes Jahr mit unserer bisherigen handbetriebenen 2-Wabenschleuder doch etwas überfordert gewesen. Es beweist mal wieder: Als Hobbyimker wird man bestimmt nicht reich, aber Hobbys kosten nunmal Geld und bereiten dafür viel Spaß und Freude! Liebe Freunde von Aichtalgold.de. Wir hoffen Ihr hattet alle ein wunderbares Weihnachtsfest und wir wünschen allen viel Gesundheit, Glück und Erfolg im neuen Jahr!
4 Waben Selbstwendeschleuder
Januar 2013: Neue Beuten und Rähmchen mit Mittelwänden sind gerichtet, so dass wir mindestens fünf Ableger erstellen können. Das Wetter ist kalt, also alles bestens für die Überwinterung unserer Bienen. Nun ist uns schon wieder langweilig und wir können den Frühling kaum abwarten. Das äußert sich sogar darin, dass Felix sich in der Küche betätigt und Plätzchen backt. Es sind ganz besondere (siehe Bild)! Am 25. Januar hält Dr. Liebig einen Vortrag beim Imkerverein in Kirchheim. Das Thema: “Imkerei und Gentechnik” ist sehr interessant. Vor allen Dingen deshalb, weil einem bewusst wurde, wie unterschiedlich das Thema in den Medien dargestellt wird und selbst seriöse Sender nicht bestrebt sind Wahrheiten zu verbreiten, sondern nur die Einschaltquote zählt. Am 26. Januar findet an der Uni Hohenheim wieder ein Anfängertag statt. Eine gute Gelegenheit um Imkerkollegen zu treffen! Der Hörsaal ist übervoll! Es sind mehr als 500 Interessenten gekommen.
Weihnachtsplätzchen
Februar 2013: Nichts ist an den Bienen zu tun. Wir üben uns in Geduld. Der Winter will nicht weichen. Auch noch am 26. Februar schneit es, so dass Schneeschippen angesagt ist. Bis jetzt leben noch alle Völker und wir freuen uns auf den März, wenn es wieder die ersten Dinge zu tun gibt. Auf der Jahreshauptversammlung des Bezirksimkervereins Filder referiert Dr. Rosenkranz (Leiter des Bieneninstituts der Uni Hohenheim) über die aktuellen Forschungsthemen in Hohenheim. Größtenteils werden bisherige Forschungen weitergeführt und Forschungsergebnisse abgesichert. Der Anfängertag im Januar in Hohenheim war ein voller Erfolg. Es haben sich über 130 Neuimker zu den Anfängerkursen des BV Filder angemeldet. Die Teilnehmer kommen aus einem relativ großen Umkreis, was für die Qualität der Schulungen spricht.
März 2013: Der Winter dauert an. Es gibt nichts zu tun. Am 10. März ist Hohenheimer Imkertag. Neben den teilweise schon bekannten Vorträgen trifft man Imkerkollegen zum Plausch. Der lange Winter hat auch seine Vorteile. Wir gehen zum Skilaufen: teilweise mit dem Aichtaler Skiclub, aber auch privat verbringen wir einige schöne Tage im Zillertal. Ende März besuche ich dann noch einen Honigkurs. Hier wird einem alles über die Zusammensetzung und Verarbeitung von Honig beigebracht. Unter anderem ist der Honigkurs eine Voraussetzung dafür, dass man seinen Honig im DIB-Glas des Deutschen Imker-Bundes verkaufen darf. Zum Schluss gibt es auch noch ein schönes Zertifikat :-).
Zillertal